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Tourenbericht: Falkenstein Reginawand

vom 27.06.2000


Volker und ich hatten uns als eines unserer gemeinsamen Jahresziele unter anderem die Reginawand am Falkenstein ausgesucht. So nach dem Motto: "Am Ende des Kletterlagers, wenn wir gut in Form sind, könnten wir ja mal..., geht bestimmt..., mal sehen."


Um so erstaunter war ich, als es auf einmal schon Anfang Mai hieß: Heute ist die Regina fällig. Ich war erst skeptisch, aber wir wollten in geteilter Führung gehen, und geteiltes Leid ist ja halbes Leid... (Isch weiß, dass macht fünf Mark!). Vor der im Kletterführer ausgewiesenen Unterstützungsstelle hatten wir etwas mehr Respekt, aber wir waren fünf Leute, und da ließe sich doch bestimmt was machen. Das Wetter versprach halbwegs gut zu werden, also stiegen wir ein. Als erste Seilschaft Volker und ich, danach Carsten mit Verona und Franz. Erst mal hieß es Rucksäcke hochhieven, das leidige Falkensteinproblem mit den Rucksackdieben.


Die ersten Meter machen wir frei, als der Nordostkamin dann steiler wird, holen wir lieber das Seil raus. Volker steigt erst mal bis zum großen Absatz unter der Reibungsplatte vor und holt mich nach. Von dort aus soll ich dann bis zum 2. Ring klettern. Aber wir müssen vorerst noch warten, denn vor uns ist noch jemand am nachsteigen und auch sichtlich überfordert, was uns natürlich auch nicht gerade Mut macht. Aber seine Kletterschuhe haben den Namen eigentlich nicht verdient, und dann sieht es mit der Reibung natürlich auch nicht so gut aus. Nach einer Weile ist er dann Richtung 3. Ring verschwunden und ich fange an. Kleine Schlinge hinter die Hangelrippe, ist aber eigentlich unnötig, man kommt gut und schnell zum 1. Ring hin. Dort baucht es ein bisschen aus, aber dank meiner Größe komme ich schon von unten an den entscheidenden Griff. Kleine haben es also wieder mal schwerer. Rechts oben kommt noch eine winzige Sanduhr, aber mit einer Knotenschlinge könnte sie sogar ein bisschen was abhalten. Eine paar Balancezüge, und ich bin am 2. Ring. Ging ja gut, kurze Zeit später steht Volker bei mir am Ring. Wir basteln ein bisschen rum, dann geht Volker los in Richtung 3. Ring. Er quert etwas nach links, dort ist ein großer "abgelatschter" Tritt zu sehen, oben Zwei-Finger-Loch, stützen auf dem Band, nach rechts, und schon ist er am 3. Ring. Dorthin holt er mich dann auch gleich nach. Inzwischen sind die anderen 3 unten auch eingestiegen, und Carsten ist auch gleich am 2. Ring.


Jetzt wird es ernst, die richtige Reibung geht los. Zudem ist der rettende 4. Ring ziemlich weit oben, im Sturzfall rollt man "schön" über die Wand, gibt bestimmt ansehnliche Schürfwunden... Egal, Volker klettert los, und es geht auch gleich ganz gut nach oben. Unterstützen müssen wir nicht, bald hat Volker die Rinne erreicht und schleicht mit ihrer Hilfe nach oben. Erleichtert sehe ich, wie er den 4. Ring klinkt. Die letzten Meter soll jetzt wieder ich vorsteigen, also holt er mich nach. Ich probiere mal die direkte Wand links neben der Rinne, lässt sich auch gut klettern, aber im Vorstieg ist die Rinne sicher angenehmer. Mittlerweile bin ich am 4. Ring angelangt, wir basteln wieder ein wenig und dann fange ich an. Durch die letzten Meter gut "eingerieben" geht es eigentlich ganz schnell, 5. Ring und dann stehe ich oben auf der Platte. Auf der anderen Seite lasse ich mich auf einen kleinen Tritt runterrutschen und spreize rüber zum Ende vom Unteren Reitgrat. Ab jetzt ist es ja nur noch III, trotzdem lege ich links in den Riß noch mal eine Schlinge, ich bin einfach zu aufgeregt. Noch ein paar Züge und ich stehe auf dem kleinen Plateau. Sicherung bauen, wenig später ist dann Volker auch da, und noch ein paar Minuten später treffen auch die anderen drei ein. Schnell noch den Oberen Reitgrat, dann schütteln wir uns oben die Hände zum "Berg Heil!". Ich bin richtig beeindruckt, ging leichter als gedacht, also mal wieder zu viel Respekt gehabt. In Ruhe tragen wir uns ins Gipfelbuch ein und lassen uns unsere Belohnung, eine Tüte Haribo´s, die Franz mühsam nach oben gebuckelt hat, schmecken. Dann werden unsere beiden Mädels erfolgreich zum Turnersprung überredet, und bald stehen wir wieder unten und bergen die glücklicherweise noch kompletten Rucksäcke.  Halbe Stunde Rast, dann hängen wir noch eine Schusterweg-Expressbegehung an. Am oberen Reitgrat staut es sich, da mal wieder eine 30-Kinder-Seilschaft unterwegs ist. Aber nach etlichen ADAC-Durchsagen ist auch aus dem Stau wieder zähfließender Verkehr geworden und bald stehen wir wieder auf dem Gipfel.


Nach solchen Höchstleistungen haben wir uns noch ein Bier verdient, also geht es runter in die Schrammsteinbaude.... An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern... ;-)


Nein, stimmt nicht, ich bin noch nach Hause gefahren, also kann es so viel nicht gewesen sein.


Seitdem habe ich die Reginawand noch dreimal gemacht, also statistisch gesehen aller 2 Wochen. Das sagt eigentlich alles über die Schönheit dieses Weges, also wozu noch weitere Worte verlieren. Im Bereich Reibungskletterei ist die Regina sicher klettersportliche Allgemeinbildung und wirklich uneingeschränkt weiterzuempfehlen...































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