Winterboofen, Dezember 2003 Big Sur, Kalifornien, August 2003 Beim Paddeln in Leipzig, August 2003 Südlich von Moab, Utah, August 2003 In Hirschfänger am Hirschgrundkegel, September 2003 Auf Madeira, Juli 2003

Tourenbericht: Höllenhund Talweg

vom 07.07.2000


Für unser Kletterlager im Sommer hatten wir uns jede Menge vorgenommen, und ein Weg davon war auch der Talweg am Höllenhund. Von Freunden hatte ich gehört: "Längen-VIIIa", "gut gesichert", "viele Schlingen mitnehmen", "2 schwere Einzelzüge, aber maximal VIIb", "viel Kraft" und so fort. Also vorgemerkt. Die gewaltige hohe Talseite hatte ich mir nur mal vom Raaber Kessel aus angesehen, ohne näher an die Wand heranzugehen.


An einem Montag im Juni war es dann soweit. Wir stehen sehr zeitig auf, denn es soll wieder ein sehr heißer Tag werden und wir wollen oben sein, bevor die Sonne in die Wand, die ja südwestlich ausgerichtet ist, hinein scheint. Mit Carsten und Falk trotte ich zum Einstieg hinauf und bin erst mal ziemlich skeptisch, denn aus nächster Nähe sieht alles doch ziemlich schwer aus. Trotzdem wollen wir es natürlich versuchen. Ich werde bis zum 1. Ring klettern, der ja schon ziemlich weit oben steckt, und dort Carsten nachholen.


Nachdem ich mir jede Menge Sicherungsmaterial umgehalst habe, fange ich an. Los geht es eigentlich erst oben auf der Rippe, und dort merke ich, dass der Fels doch nicht so unstrukturiert ist, ganz im Gegenteil, jede Menge Sanduhren und seitlich zu belastende Löcher, die erst noch eine Sanduhr werden wollen. Dazu ist das Gestein ganz Rathen-untypisch fest, so dass ich gleich mal die erste Sanduhr fädele. Dann klettere ich los, zuerst leicht rechtshaltend, dann gerade hoch, so dass ich leicht links unterm ersten Ring ankomme. Aller 2-3 Meter konnte ich eine gute Schlinge legen, ging gut zu klettern. Die Züge zum Ring sind noch mal ein bisschen schwieriger, aber kurz darauf klinke ich den neueren der beiden nebeneinander steckenden Ringe. Ich hole Carsten nach und nachdem wir am Ring alles umsortiert haben, geht es weiter. Ich klettere wieder los, der Wegverlauf ist kaum zu verfehlen, ist alles ziemlich abgetreten. Aller paar Meter kann man immer zuverlässige Schlingen legen und nach einer Weile bin ich oben an 3 markanten Zacken. Eine davon ist doch ziemlich morsch, aber an einer kann ich eine gute Zackenschlinge unterbringen. Noch ein paar Meter und ich bin an dem markanten Band in circa 2/3 Wandhöhe. Über mir sehe ich den Ring des Direkten Talweges, aber heute wollen wir mal auf Dietrich Hasse´s Spuren wandeln, und den Weg so machen, wie er ihn vor 45 Jahren erstbegangen hat. Also auch mit Ausstieg auf den Nebengipfel, obwohl alle davon abgeraten haben.


Ich quere also links rüber und klinke den 2. Ring. Jetzt kann ich mich erst mal ausruhen, denn Carsten holt Falk zum 1. Ring nach. Falk ist auch bald da, und dann hole ich Carsten zu mir hoch. Er versorgt mich wieder mit Schlingen-Nachschub, obwohl ich soviel nicht mehr brauchen werde, aber das weiß ich da ja noch nicht.


Ich klettere wieder weiter, kurz gerade hoch und dann stark rechtshaltend dorthin, wo ich den dritten Ring erspäht habe. Die Absicherung ist nicht mehr so toll, aber wenigstens würde man nicht bis ganz runter fallen. Vor allem der Zug zum Ring hin hat es noch mal ziemlich in sich, aber auch das klappt. Nach dem Ring kommen dann doch noch ein paar ganz brauchbare Schlingen, und bald stehe ich kurz unter dem Ausstieg auf den Nebengipfel. Ich klettere einen Zug nach oben, plötzlich bin ich in der Sonne, hier oben erst verläuft die Sonnen-/Schattengrenze. Kurz danach stehe ich oben in der Sonne und mache mich an dem Sicherungsstift fest. Während ich die anderen beiden nachhole, genieße ich die tolle Aussicht und die seltene Ruhe, die so früh noch herrscht. Nachdem Carsten und Falk oben angekommen sind, geht es weiter.


Jetzt müssen wir überfallen und nach links um die Kante queren. Sieht brüchig aus, geht aber besser als gedacht. Ein paar Minuten später sitzen wir auf dem Gipfel und genießen den Blick rüber auf die kleine Gans. Im Gipfelbuch sind wir eine unter vielen Talweg-Seilschaften, denn die Meisten machen den Talweg oder die Violette Verschneidung. Nach ausgiebiger Gipfelrast seilen wir ab und trinken erst mal was. Später laufen wir runter zur Fähre und fahren dann noch zu den Hunskirchen, wo wir uns mit den anderen treffen...


Bleibt noch festzuhalten, dass dies für mich einer der absoluter Topwege in Sachsen ist. Alles was Klettern schön macht, ist dabei: Tiefblick, fester Fels, gute Sicherung und anspruchsvolle Kletterei!


Inzwischen (27.08.2000) habe ich auch mal die direkte Variante gemacht, ist nicht viel besser, hat aber die schönere Linie und ist auch noch besser gesichert.






























Anmelden

Login


Passwort


Registrieren!

Statistik

120 registrierte Mitglieder, das Neueste: klemmi.

Über 13775 Bilder in 179 Galerien, davon 5880 Bilder in 76 öffentlichen Galerien.

158 News-Einträge, davon 0 innerhalb der letzten Woche. Zu den News 59 Kommentare, davon 0 innerhalb der letzten Woche.

24 Hintergrundbilder zum Download.

Kletter-Eier

Weicheier (314) mehr...

1. Häntzschelstiege-mit Klettersteigset-Begeher
2. Auch-im-Sommer-Eisschraube-Dabeihaber
3. Bionade-Trinker
4. Hast-mich-auch-wirklich-dran-Hochrufer
5. Abseilösenfestigkeitsprüfer


Harteier (156) mehr...

1. Falkenstein-Basejumper
2. Schleimwegkletterer
3. Wehlhorn-Mehrfachbezwinger
4. Vorm-Losklettern-erstmal-Liegestütze-Macher
5. Zu-Trainingszwecken-immer-2-Rucksäcke-Träger
Impressum | Über wuestner.de


wuestner.de © 1999 - 2017 Erik Wüstner

Made with CSS Uses PHP! Valid CSS! Valid XHTML 1.0!

Diese Seite wurde in 0.0078 Sekunden generiert.